Wo die Kälte nun angezapft wird

Die Freitags-Kaltluft wird in Stellung gebracht


Guten Morgen liebe Leser beim Modell-Morgenkaffee: Zur heutigen Modellbesprechung vom GFS-Morgenlauf richten wir unser Augenmerk für einmal weit nördlich und nordwestlich auf Schottland und die Nordsee, wo unser Wetter für die nächten Tage mehrheitlich herkommen wird.

Am Donnerstag befindet sich das steuernde Tief nördlich von Schottland und zieht dann nach Norwegen. Der sehr tiefe Druck von rund 960hPa lässt auch auf sehr viel Wind schliessen

20171206 sehr tiefer druck über schottland

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Und genau so ist es: Betrachtet man die Windkarte am Boden (Böen), so werden in Schottland und der Nordsee am Donnerstagmittag  locker 120km/h erreicht (violetter und grauer Bereich). Das Tief zapft die kalte Luft im Norden an und "schmeisst" diese anschliessend in einem grossen Strom nach Mitteleuropa.

20171206 sturm schottland nordsee

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Die Kaltfront (vor den weissen Pfeilen) erkennt man übrigens auch sehr gut. Es ist die Front, welche in der Nacht auf Freitag die Schweiz erreichen wird. Sie wird uns gegen Freitagabend wieder Schnee bis ins Flachland bringen, gefolgt von kalter Luft mit Schneeschauern im Gepäck.

Wer die Spezialwetterberichte hier aufmerksam verfolgt, wird bemerkt haben, dass die Analysen für Sonntag und die Folgetage sehr geschwankt haben. Und das hat sich bis heute nicht geändert. Die Wetterlage ist danach einfach zu dynamisch und zu fragil, als dass ein genauer Wetterverlauf beschreieben werden kann. Der idealste Fall wäre, dass mehrere Tefdruckgebiete wie an einer Perlschnur von Nordwest nach Südost ziehen. Möglichst über England-Frankreich, nicht zu nahe an den Alpen. Das gäbe Unmengen von Schnee!

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06.12.2017 -  09:30 Uhr  - Markus A. Brotschi

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Grafiken:  - pivotal-weather, wxcharts: bearbeitet durch SwissWetter.ch
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