Spezialwetterbericht 04.12.2014

Wintereinbruch?

Man darf es gleich vorweg nehmen: Es folgt KEIN Wintereinbruch!

Im "schlimmsten" Fall folgt ein "Wintereinbrüchlein" - aber sicher nichts Nachhaltiges und sicher nichts Grosses. Man erkennt dies an den folgenden aktuellen Prognosekarten für Anfang nächster Woche.

Jetstream

Der Wind in sehr grosser Höhe - der so genannte Jetstream - weht Anfang nächster Woche zwar zeitweilig aus nördlichen Richtungen. Betrachtet man nur diesen Sachverhalt, dann ist man primär auch geneigt, davon auszugehen, dass da auch in der Höhe kalte Luft herangeschaufelt wird. Die Herkunft des Jetstreams zeigt dann aber ein anderes Bild. Die Luft stammt ursprünglich vom mittleren Atlantik, macht einen Bogen über Island und Schottland und fliesst dann zu uns.

20141204 jetstream

 

Bodenkarte

Auf der Bodenkarte zeigen sich die Luftströmungen ähnlich. Sehr starker Sturm bis Orkan südlich und nördlich von Island und vor der Küste Norwegens sowie über Schottland.

Im Süden von Frankreich der Mistral, welcher sich dann bis nach Nordafrika auswirkt.

20141204 Bodenwind

 

Ensembles

Die 850hPa-Ensembles für Bern zeigen die obigen Turbulenzen ebenfalls deutlich (Temperatur in ca. 1500m Höhe). Von Aktuell rund 5° sinken sie bis am Sonntag auf -5°. Dies ist ungefähr der Wert, welcher erreicht werden muss, damit die Temperatur im Mittelland am Boden nahe Null Grad zurückgeht. Der Niederschlag ist aber derart gering, dass sich sicher keine Schneeschicht bilden wird. Am Montag erfolgt dann wieder eine kurzzeitige Milderung und auf Dienstag folgt nochmals ein Schwall kältere Luft mit Flocken bis ins Flachland.

Von einem Wintereinbruch kann aber keine Rede sein - denn danach folgt wieder eine andauernde mildere Phase.

20141204 ensembles

 

copyright der Karten: infoclimat.fr und wetteronline.de

04.12.2014 mbr

 

Drucken E-Mail